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TestLabor: Call of Duty – Infinite Warfare (PS4)
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TestLabor: Call of Duty – Infinite Warfare (PS4)

by ollibaba21. November 2016

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Es ist wieder soweit – Krieg! Man Kriegt den Hals einfach nicht voll, diesmal mit futuristischen Laserknarren im Weltall, aber ansonsten so wie immer. Routineeinsatz. Krieg ist eben zeitlos…

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Gleich vorweg, ich muss Activision und den jeweiligen Entwicklerstudios des Franchises ein Lob aussprechen; man gibt sich wirklich Mühe, dem ständigen Schlachtengewitter etwas Neues mitzugeben, es immer wieder möglichst frisch zu inszenieren. Neben den Serientypischen Zutaten, wie bombastische Actioneinlagen, wuchtige Inszenierung und hyperpatriotischen Protagonisten gesellt sich leider zunehmend auch ein „Kenne ich schon“-Gefühl. Die letzten Teile rückten den Fokus ja bereits in eine etwas entferntere Zukunft voller Cyberimplantate und kubrickschen Raumflotten – im aktuellsten Teil aber, Infinite Warfare mündet alles in einer bleihaltigen Weltraumoper, die mehr an Spiele wie Halo oder Mass Effect erinnert, als an das ehemals bodenständige Call of Duty. Vom Dreck der Schützengräben in die unendlcihen Weiten… ist diese Evolution gelungen oder hat man letztendlich den Kern zu sehr verändert, der die Reihe so beliebt gemacht hat? Hat man die eigenen Wurzeln verraten oder sich in einen wunderschönen, mechanischen Schmetterling weiterentwickelt?

Der Weltraum. Unendliche Weiten…

Scyfitypisch sind mal wieder die Ressourcen der guten Erde aufgebraucht, anders als bei Star Trek sind die Menschen der Zukunft hier noch gieriger und verschwenderischer als heute, sie haben sich in der United Nations Space Alliance (UNSA) zusammengefunden und werden in Kolonien überall im Universum verteilt von schmierigen Politikern regiert (kommt einem irgendwie bekannt vor) und von radikalen Extremisten angegriffen (Uiii, eine Parabel!). Nach einem bombastischen Anschlag ist die intergalaktische Kacke mal wieder am Dampfen und wir müssen in der Haut von Commander Nick Reyes die fiese Halunken-Truppe um den Anführer Salen Kotch stoppen. Dieser wird vom farblosen Kit Harington verkörpert, der wie schon in Game of Thrones außer weinerlich dreinschauen keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, nach dem von Kevin Spacey verkörperten Antagonisten in Advanced Warfare ein gigantisches Qualitätsgefälle. Aber naja, auch wenn Herr Kotch immer schaut, als hätte man seinen Kakao geklaut, sind seine Taten durchaus finster.

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Generell macht die knallige Geschichte keine Gefangenen und ballert aus vollen Rohren, kaum ein Moment, der nicht wie Michael Bay auf Ecstasy anmutet und kaum eine gescriptete Szene, in der einem nicht alles um die Öhrchen fliegt. Klassische Call of Duty-Story; kitschig, überzeichnet und wuchtig – es reicht um bis zum Ende halbwegs spannend am Ball zu bleiben, leider lässt die Fahrt im letzten Drittel merklich nach.

Auch spielerisch ist gegen Ende etwas die Luft raus. In den ersten kapiteln freut man sich über die vielen neuen Gadgets und Ideen; Roboterspinnen, die selbstständig auf Gegner krabbeln um dort zu detonieren, von uns ferngesteuerte Androiden, die im Feindesraum plötzlich nichtsahnende Soldaten angreifen und viele ausgiebige Weltraumschlachten. All das macht eine Menge Laune und reiht sich überraschend nahtlos ins bekannte CoD-Gameplay ein. Doch wenn alles bei Vollgas losgeht, ist es so gut wie unmöglich dieses halsbrecherische Tempo aufrecht zu erhalten. Irgendwann kommt notgedrungen besagtes „Hab ich schon gemacht“-Feeling breit. Trotzdem bietet Infinity Warfare eine spaßige Singleplayer-Kampagne mit sympathischen Figuren und originellem Setting. Vor allem unser Roboter-Sidekick Ethan ist ein echter Zugewinn, witzig und glaubwürdig. Wird die Zukunft des Kreiges so aussehen? Wahrscheinlich nicht, aber Call of Duty ist ja auch keine Doku auf N24, sondern brachialer Actionporno par excellence. In diesem Belang enttäuscht auch dieser Teil nicht, doch allmählich machen sich deutliche Ermüdungserscheinungen breit. „Infinite“ stimmt also nicht ganz.

Die Luft wird dünner

Der Multiplayer hingegen ist flott wie eh und je. Hier liefern die Macher konstant hohe Qualität für Fans von schneller, kompromissloser Online-Action. Die Maps sind anständig designt und bieten für die verschiedenen Fähigkeiten eine Menge Möglichkeiten zum Herumprobieren und Experimentieren. Welche Waffe ist ideal für mich, welche Granate granatengeil? Feintunig und eigene Erfahrung ist hier gefragt um gegen die erfahrene Community bestehen zu können. Im Ganzen etwas einsteigerfreundlicher als die alten Spiele der Serie, aber nichts für Gamer mit geringem Frustpotential, um hier richtig rocken zu könnnen heißt es erst mal üben, üben und… äh, üben!

Technisch ist Infinite Warfare sehr gut, die Texturen und Effekte stellenweise der Wahnsinn und die explosiven Umgebungen stets flüssig. Auch wenn man manchmal ein wenig die Übersicht verliert, ist die Optik durchweg gelungen und der kinoreife Soundtrack liefert die nötige Gänsehaut. Wer einen hübschen Vorzeigeshooter erwartet, wird nicht enttäuscht.

Wer sollte den neuesten Ableger also nun zocken? Ninja, Fans der Reihe auf jeden Fall, wer Bock auf eine straighte Actiongeschichte und soliden Multiplayer hat, wird seinen Spaß haben. Wer aber keinen Bock auf einen weiteren futuristischen Nextgen-Shooter hat, der sich kaum noch von Halo, Titanfall und Co. unterscheidet, sollte sich eher in den ersten Weltkrieg bei Battlefield 1 stürzen. Frischzellenkur ist das eine, Activision, aber eine gepflegte Terrorjagd im hier und heute wäre auch mal wieder nett, nur so als Idee.

Neuauflage von Teil Vier

Die remasterte Version vom Klassiker Call of Duty 4: Modern Warfare, schlicht Modern Warfare Remastered genannt liegt verschiedenen Editionen von Infinity Warfare als Download-Code bei und bietet eine deutlich aufgebohrte Version des ersten „modernen“ Call of Duty’s. Endlich dürfen Veteranen wieder mit Captain Price und „Soap“ MacTavish durchs verstrahlte Tscheronbyl kriechen und die bekloppten ultranationalistischen Russen um Victor Zakhaev aufhalten. Gameplay und Story wirken im Vergleich zu modernen Shootern zwar etwas altbacken, doch in ihrer etwas entschleunigten Erzählweise und fokussierteren Missionen zeitglich erschreckend geradlinig. Hier gibt es keine unnötigen Quicktime-Events und ständige Unterbrechungen durch gescriptete Zwischensequenzen, Teil 4 war einfache Ballerkost mit einer spannenden Geschichte über internationalen Terror, korrupte Regierungen und amerikanischen Patriotismus… wie in allen Call of Duty Teilen, die folgten, doch hier war das wirklich neu und erfrischend.

Sogar der Multiplayer macht wieder Spaß, mit den aufgemotzten Maps von damals und den guten alten Killstreaks. So hat man sich früher gebattelt! Alles eine Ecke simpler, mit weniger Optionen und Schnickschnack aber mit einem größeren Fokus auf Können und Kennen der eigenen Fähigkeiten und karten. Oldschool trifft Hardcore.

Grafisch sieht alles top aus, vielleicht nicht ganz so aufwendig wie aktuelle Vetreter, aber deutlich besser als vor neun Jahren. Texturen, Modelle, Effekte – alles ist auf einem sehr anständigen Niveau, was eigentlich schon kein Remaster ist, sondern fast schon als Neuinterpretation durchgeht. Für Fans des Klassikers und Neulinge, die mal sehen wollen wie sich die Wurzeln der erfolgreichen Reihe so spielten sollten hier reinzocken. Gut gealtert und einen erneuten Wehrdienst wert. Wehrwert.

Virtueller Sternenkrieg

Für Besitzer einer Playstation VR Brille gibt es mit Call of Duty Jackal eine virtuelle Gratiserfahrung, die uns, ähnlich wie bei Eve Valkyrie im Cockpit eines Raumkreutzers Platz nehmen lässt. Hier ballern wir uns durch eine sehr kurze Weltraummission, freuen uns über die tolle Immersion, ein glaubwürdiges „Mittendrin-Gefühl“ und eine knackige Steuerung. Doch der geringe Umfang und der quasi nicht existente Wiederspielwert bremsen ein wenig die anfängliche Begeisterung. Da es sich aber um ein gratis Schmankerl handelt, wollen wir hier mal großzügig sein und uns über das kurze Häppchen freuen. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, erst recht nicht im All!

Als Paket, mit allen erwähnten Spielen ist Infinity Warfare gelungen. Für Solisten wird es gegen Ende etwas eintönig, für Onlinekämpfer gibt es mittlerweile viele ebenso interessante Alternativen. Ich frage mich, wie Call of Duty weiterhin relevant bleiben möchte und freue mich neugierig auf den nächsten Teil. Die Reihe ist und bleibt eines meiner „All Time Guilty Pleasures“.

Warp Drei!

OlliSignatur-1

Testfazit 16 - Pos Neg - A
Coole Weltraumschlachten
Ethan ist ne coole Robo-Socke

Bombastisch inszenierte Action
Flockiger Multiplayer
Flüssige Framerate

Testfazit 16 - Pos Neg - B
Story kann Tempo nicht halten
Alles schon mal da gewesen

Wie immer sehr linear

Farbloser Antagonist

Testfazit 16 - fazitFlottes Geballer im All, dem im letzten Drittel die Puste ausgeht.
Der Multiplayer ist Serienstandard. Nett, aber kein Überhammer.

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About The Author
ollibaba
Nerd der ersten Gaming-Stunde, angefangen bei Gameboy und NES habe ich so gut wie jede Konsole einmal besessen. Und BEsessen bin ich folglich auch von Videospielen, alt UND neu! Ich mag: Jump'n'Runs, Shooter und Spaziergänge am Strand - Ich mag nicht: Quicktime-Events, blöd verteilte Rücksetzpunkte und Krieg (Call of Duty ausgenommen). Also, Abrocken und loszocken! ;)

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